02.07.2020
Kategorie: NaWi, Startseite, Wettbewerbe
Von: eingestellt von S. Jaqui

Mit Plexiglas und Farbe in die Höhe geschraubt


Porträt: Ben Altenhofer und Lenny Schaadt vom Siebenpfeiffer-Gymnasium erringen den Landespreis beim Schülerwettbewerb der Ingenieurkammer

Von Jens Häßel

Kusel. Mit viel Fantasie und ihrer Fähigkeit, mit einfachen Materialien hoch hinauszukommen, sicherten sich Ben Altenhofer und Lenny Schaadt beim Schülerwettbewerb „Junior.ING“ der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz den ersten Platz. Dass ihr Talent sie ganz oben aufs Siegertreppchen führt, damit hatten beide nicht gerechnet.

„Ich bin stolz, dass wir uns gegen so viele tolle Projekte durchsetzen konnten. Das hätte ich nicht geglaubt“, sagt Ben Altenhofer. Er und sein Freund Lenny Schaadt hatten bei den Junioren (erste bis achte Klasse) die Nase vorn.Ben Altenhofer und Lenny Schaadt sind beide elf Jahre alt, kommen aus Oberkirchen und besuchen die fünfte Klasse des Siebenpfeiffer-Gymnasiums in Kusel. Seit sie mit sieben Jahren angefangen haben, Fußball zu spielen, sind sie Freunde. Beide sind gut im Sport, Ben Altenhofer glänzt im Kunstunterricht und Lenny Schaadt mag vor allem Naturwissenschaften. Lehrerin Theresa Schwarz hatte den Fünftklässlern das architektonische und künstlerische Kräftemessen der Junioren vorgestellt. Für sie stand von Anfang an fest: „Wenn wir mitmachen, dann zusammen.“Fantasievoll konstruiert„Aussichtsturm – fantasievoll konstruiert“ lautete das Motto des Wettbewerbs, an dem über 700 Schüler teilnahmen. Die Aufgabe bestand darin, einen Aussichtsturm aus einfachen Baumaterialien und mit einer Maximalhöhe von 80 Zentimetern zu bauen, der einem Gewicht von mindestens einem Kilo standhält.Rund 250 Modelle gingen bei der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz ein, 25 davon vom Siebenpfeiffer-Gymnasium. Ursprünglich sollte die Preisverleihung Anfang April im Mainzer ZDF stattfinden, fiel aber wegen der Corona-Pandemie aus. Geplant ist, dass die beiden Erstplatzierten zum bundesweiten Gesamtentscheid nach Berlin fahren. Spaß und MüheDen meisten Spaß hatten die Fünftklässler beim Schleifen der Holzplatten. Mühe hatten sie vor allem bei den Feinarbeiten. „Die größte Herausforderung bestand darin, die gegenläufig verdrehten Stäbe aus Plexiglas durch die Holzplatten durchzuführen“, erinnert sich Lenny Schaadt. Den Löwenanteil der Arbeiten hätten sie alleine geschafft. Lediglich beim Bohren der Löcher hätten die Eltern mit der Bohrmaschine etwas nachhelfen müssen.

Jede einzelne der immer größer werdenden Holzplattformen bekam dann noch von Ben Altenhofer einen individuellen Anstrich verpasst. Eine Besonderheit ist die LED-Beleuchtung des Turms, weshalb sie ihre Konstruktion „Lichtblick“ tauften. Die Detailgenauigkeit und der filigrane Grundriss gefielen der Jury sehr und sie vergaben deshalb den ersten Preis im Wert von 250 Euro.
Kein ZeitdruckZeit für Fußballspielen oder Mountainbiken blieb den Elfjährigen während der Arbeit reichlich. „Obwohl wir mit der Abgabe etwas spät dran waren, standen wir unter keinem Zeitdruck. Wir haben uns ab November jede Woche für eine Stunde getroffen. Nach etwa sechs Treffen waren wir fertig. Der Abgabetermin war im Januar“, erklärt Lenny Schaadt.

Ein wenig selbstkritisch blicken sie im Nachhinein auf ihr Bauwerk. So hätten sie sich vorstellen können, auch die Treppe zu beleuchten. Dann aber hätten sie wohl noch einmal neu anfangen müssen, vermutet Altenhofer. Ob sie auch im nächsten Jahr antreten wollen? „Wenn, dann aber nur gemeinsam“, sagen sie wie aus einem Mund.

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Westricher Rundschau - Nr. 149
Datum Dienstag, den 30. Juni 2020
Seite15