07.03.2020
Kategorie: Physik, Startseite, Presseschau, Wettbewerbe
Von: eingestellt von S. Jaqui

Vier mit Forscherdrang


Kusel: „Chemie ist, was kracht und stinkt, und Physik das, was nie gelingt“, heißt es aus dem Schülermund gerne. Dass es auch ganz anders gehen kann, zeigen vier Schüler aus Kusel. Beim „Jugend forscht“- Regionalwettbewerb in Bingen belegten sie den zweiten und dritten Platz.

Von Jens Hässel

 
„Schaffst du!“, lautete 2020 das Motto des Wettbewerbs „Jugend forscht“. „Haben wir geschafft!“, können Lea Mathias, Julian Kusch, Jannik Reiser und Jakob Müller vom Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel mit großem Stolz sagen. Denn sie räumten beim Regionalentscheid gleich zweimal ab: in der Kategorie Technik den dritten und in der Kategorie Physik den zweiten Platz.

Kuseler Hallenbad liefert IdeeGeforscht haben die vier Gymnasiasten bereits seit Sommer 2019. Es sei ein langer, beschwerlicher Weg gewesen, auf dem sie am liebsten nicht nur einmal das Handtuch werfen wollten. „Wenn man mit Wasser arbeitet, muss man erst einmal jedes Leck beseitigen. Bei meinem Versuch war aber erst im November alles dicht“, erzählt Jakob Müller von seinen Problemen. Der Zwölftklässler ging als Einzelkämpfer in den Wettbewerb und belegte den zweiten Platz im Physik-Wettbewerb.

Die Idee zum Experiment war Jakob Müller durch die Renovierung des Kuseler Hallenbades gekommen: Dort würden die Betreiber nicht auf erneuerbare Energien setzen. Unverständlich, fand der Schüler aus Oberstaufenbach und machte sich experimentell daran, eine solarbetriebene Schwimmbadheizung zu optimieren. Die Elektronik an seiner Heizung las beinahe sekündlich neue Messwerte aus. In drei Stunden kamen so 30.000 Messwerte zusammen, die er beurteilen musste. Es gehe ihm um Wege, mit preiswertem Material und viel Fantasie etwas für die Umwelt zu tun, sagt der Schüler.

Rollt das Elektroauto wirklich?Auch bei dem Projekt von Lea Mathias, Julian Kusch und Jannik Reiser, alle MSS 13, gab es anfangs große Probleme. Sie forschten, ob ein Modellauto durch elektromagnetische Induktionsschleifen angetrieben werden kann – die Idee lieferten ihnen die Diesel-Fahrverbote. Erst, als sie die Spule in die Vorderachse ihres Modells einbauten, gelang das Experiment. „Wir haben es gar nicht geglaubt, dass es endlich klappt“, erinnert sich Lea Mathias lebhaft daran, wie das Modellauto nach monatelangem Tüfteln endlich rollte. Die Jury setzte das Team auf Platz drei im Bereich Technik.

Zum ersten Mal seit über zehn Jahren nahm das Siebenpfeiffer-Gymnasium wieder an dem jährlichen Wettbewerb für Schüler ab 15 teil. Der große Zeit- und Arbeitsaufwand halte so manchen von der Teilnahme ab, sagt Physiklehrer Sebastian Degen. „Zu dem Wettbewerb hatten wir eine Infoveranstaltung. Fast 60 Schüler kamen. Von denen sind aber nur noch vier geblieben. Der 15-seitige Forschungsbericht schreckt viele ab. Hinzu kommen natürlich noch die regulären Prüfungen.“ Den großen Anstrengungen zum Trotz nahmen 2020 rund 1200 Schüler aus Rheinland-Pfalz am Wettbewerb teil. Die beiden Experimente des Siebenpfeiffer-Gymnasiums erhielten finanzielle Unterstützung durch den Rotary-Club Kusel.

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Westricher Rundschau - Nr. 57
Datum Samstag, den 7. März 2020
Seite 14