08.05.2019
Kategorie: Startseite, Sozialkunde
Von: Sina Ellinghaus/eingestellt von S. Jaqui

Besuch der 9c des Amtsgerichtes Kusel


Innerhalb der letzten Wochen behandelte die 9c des SGKs das Thema „Recht und Rechtssprechung“ im Fach Sozialkunde. Als krönender Abschluss statteten wir dem Amtsgericht Kusel einen Besuch ab und durften einer Verhandlung beiwohnen.

Am 02.05.2018 erschienen wir pünktlich zur Verhandlung. Die Angeklagte, ihr Rechtsanwalt sowie der Amtsanwalt (diese werden bei kleineren Delikten anstelle eines Staatsanwaltes hinzugezogen) und die Gerichtsschreiberin waren bereits anwesend.

Nach dem Erscheinen des Richters und der Anwesenheitsüberprüfung der Zeugen trug der Amtsanwalt sein Plädoyer vor. Der Angeklagten wurde vorgeworfen einen Hund (den sie zuvor verkauft hatte) freigelassen und mitgenommen zu haben.

Sie sagte aus, dass ihr der Hund während eines Spazierganges zugelaufen sei und sie ihn lediglich an eine Freundin übergeben habe, weil er dort schlecht gehalten wurde (Zwinger, Balkonhaltung usw.). Die Angeklagte sah sich im Recht, da sich in dem Kaufvertrag eine Klausel befand, die die Zwingerhaltung des Tieres untersagte und dem Verkäufer die Rücknahme ermöglichte. Dummerweise war ebenjener Vertrag bei ihrem Exfreund, sodass sie ihn erst zwei Wochen vor der Verhandlung erhielt. Da die Angeklagte weder zur Polizei noch zum Veterinäramt gegangen war, stellte die Mitnahme des Hundes eine Straftat dar.
Der Bestohlene erstattete Anzeige (erschien jedoch nicht vor Gericht).

Da es keinerlei Beweise dafür gab, dass die Frau den Hund freigelassen hatte, wurde sie vom Verdacht des schweren Diebstahls freigesprochen. Jedoch hatte sie sich durch Mitnahme und Weitergabe des Hundes der Unterschlagung und Hehlerei schuldig gemacht, wenn auch aus moralisch durchaus vertretbaren Gründen.

Dies erkannte auch der Amtsanwalt. Er argumentierte, dass viele so gehandelt hätten und es durchaus verständlich, aber eben gegen das Gesetz war den Hund zu behalten und forderte als „Denkzettel“ eine Geldstrafe, die an ein Tierheim gehen sollte.

Letztlich müssen 600 Euro entrichtet werden. Das Verfahren wurde daraufhin vorläufig eingestellt.

Nach der Verhandlung erklärte uns der Amtsanwalt das ganze Geschehen nochmals und wir hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Zurück in der Schule debattierten wir noch mit unserem Sozialkundelehrer Herr Friedrich über die Verhandlung und die Vorgänge am Gericht. Wir erkannten, dass es sehr schwer sein kann ein Urteil zu fällen, wenn Moral und Gesetz aufeinandertreffen.


Schülermeinungen zu diesem Teil des Lehrplanes:

Kimi M.: „Es war sowohl unterhaltsam als auch interessant.“

Milena R.: „Der Amtsgerichtbesuch war sehr interessant, auch um den Ablauf einer solchen Verhandlung kennenzulernen. Mir hat es sehr gut gefallen.“

Sina Ellinghaus