26.06.2020
Kategorie: Englisch, Wettbewerbe, Startseite
Von: eingestellt von S. Jaqui

Eis und Britney Spears zur Beruhigung



Porträt: Emily Simon Landessiegerin im Bundeswettbewerb für Sprachen – 15-Jährige besucht Siebenpfeiffer-Gymnasium

Von Jens Hässel

Etschberg. Aus ihrem Heimatort möchte Emily Simon niemals weg. Wenn es aber um verschiedene Weltsprachen geht, wagt sich die 15-jährige Schülerin des Kuseler Siebenpfeiffer-Gymnasiums mutig in tiefe Gewässer.

Englisch, französisch und seit rund einem Jahr nun auch spanisch – dies sind die Fremdsprachen, die Emily Simon lernt. Besonders die englische Sprache hat es der 15-Jährigen angetan. Dass das über ein einfaches Hobby und schulisches Lernen hinausgeht, beweist nun auch eine Urkunde. Denn beim Bundeswettbewerb für Fremdsprachen räumte Emily den ersten Preis als Landessiegerin für Rheinland-Pfalz ab. Die 15-jährige zeigt sich aber bescheiden.„Ich finde es zwar schön, wenn mir Leute gratulieren. Aber ich habe nicht teilgenommen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich bin angetreten, weil es mir Spaß macht, mich in Dinge hineinzuversetzen“, sagt sie. An dem Wettbewerb im Januar nahmen Schüler der achten, neunten und zehnten Klasse teil. Rund 15.000 traten an. In diesem Jahr vertrat Emily das Siebenpfeiffer-Gymnasium als einzige Teilnehmerin und holte den Landessieg in der Kategorie „Solo“. Die Feierlichkeit, bei der die Teilnehmer geehrt werden und die jedes Jahr an einer anderen Schule stattfindet, fiel aufgrund der Corona-Pandemie aus.

„Was gibt’s zu verlieren?“, dachte sich Emily Simon, als ihre Englischlehrerin, Karin Küfer, ihr den Vorschlag machte, am Wettbewerb teilzunehmen. Obwohl sie sich bereits in der Vergangenheit mit anderen in Fremdsprachen gemessen hatte, war die 15-Jährige vom Umfang dieses Wettbewerbs überrascht. „Für die Teilnahme musste ich einen zweiminütigen Film drehen. Man konnte sich aussuchen, über eine Erfindung zu sprechen, die entweder überbewertet oder aber unterschätzt ist. Ich habe mich für Stifte entschieden, die in meinen Augen von der Menschheit als viel zu selbstverständlich angesehen werden. Es war ein komisches Gefühl, vor der Kamera zu stehen, und natürlich ging der erste Drehversuch völlig in die Hose. Aber vor allem mit der Hilfe von meiner Mutter und meiner Freundin, Franziska Hess, hat es mit der Aufnahme dann doch geklappt“, erzählt sie
Schwere PrüfungAuch der restliche Prüfungsteil hatte es in sich, erinnert sich Emily Simon. „Der Klausurtag war einen Vormittag lang und fand in der eigenen Schule statt. 60 Minuten kreatives Schreiben, dann Landeskunde über Südafrika im Multiple-Choice-Verfahren, Hör- und Leseverstehen – es ging von Prüfung zu Prüfung.“ Natürlich musste sie sich lang und gründlich darauf vorbereiten. Und das zehrte an den Nerven.„Ich weiß noch, wie ich so vor meinen Büchern saß und am Verzweifeln war. Zur Beruhigung: eine riesige Portion Chocolate Fudge Brownie Eis. Außerdem lief der Hitmix von Britney Spears – ohne den ging es gar nicht. Irgendwann kam meine Mutter ins Zimmer und meinte, ich solle es lockerer angehen. Ich habe stur darauf gepocht, noch mehr lernen zu müssen.“ Im Nachhinein stuft Emily Simon ihr Lernpensum als richtig ein. Sogar Zeit für ihre Hobbys wie Fußball, Chor und Jugendfeuerwehr fand sich noch.

Die junge Frau hat den Wunsch, früher oder später die Welt zu sehen. „Irgendwann möchte ich nach Kanada, um meine Internetbekanntschaft zu treffen. Außerdem könnte ich mir vorstellen, Jura im Ausland zu studieren.“ Letzten Endes ziehe es sie aber immer zurück in ihren Heimatort Etschberg. Was sie daran so fasziniert? „Etschberg ist ein schönes Dorf. Wir haben eine tolle Kerwe, unsere Pizzeria ist spitze und es gibt viele nette Leute.“
Spaß an WettbewerbenOb sie sich vorstellen könnte, im nächsten Jahr wieder anzutreten? Nicht ausgeschlossen, sagt sie. Obwohl sie sowohl in Französisch als auch in ihrer dritten Fremdsprache Spanisch sehr gute Leistungen vorweise, reize sie jedoch nur ein Wettbewerb wirklich. „Wenn dann aber wieder in Englisch.“

(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Rheinpfalz)

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Westricher Rundschau - Nr. 146
Datum Freitag, den 26. Juni 2020
Seite11