04.07.2019
Kategorie: Fahrtenberichte, Startseite, Religion und Ethik
Von: eingestellt von S. Jaqui

Gedenkstättenfahrt nach Nürnberg, München und Dachau 2019 - 10a und 10c


Auch dieses Jahr fand wieder eine Gedenkstättenfahrt zweier zehnten Klassen (10 a und c) nach Nürnberg, München und Dachau statt (11.- 14.06.2019). Ulrich Reh, Walter Lukasczyk und Fabienne Schäfer waren als Betreuer*innen bzw. Ansprechpartner*innen für die Schüler*innen da.

Vorbereitet wurde die Fahrt bereits in der 9. Klasse im Religionsunterricht während mehrerer Verfügungstage und Veranstaltungen zum Thema - wie auch im Geschichtsunterricht.


Die Studienfahrt vermittelte die beiden Gesichter des Nationalsozialismus - zum einen sahen wir die „tolle Hülle“ des Nationalsozialismus, wie er sich nach außen gezeigt hat, zum anderen erfuhren wir viel über die schreckliche und grausame Seite dieses totalitären Regimes.

Am ersten Tag sind wir nach Nürnberg auf das Reichsparteitagsgelände gefahren und haben durch eine Führung von Herrn Lukasczyk den äußeren Schein und ein paar der prachtvollen Bauten des Dritten Reiches kennengelernt. Es schloss sich ein Besuch im Dokumentationszentrum an.

Am zweiten Tag waren wir in München. Jede Klasse bekam entweder mit Herrn Reh oder Herrn Lukasczyk einen Eindruck der Stadt als „Stadt der Bewegung und des Widerstandes“. In der zweiten Hälfte des Tages hatten wir etwa drei Stunden Freizeit, in der wir uns in kleinen Gruppen frei in München bewegen konnten.

Am dritten und letzten kompletten Tag waren wir im Konzentrationslager in Dachau. Zuerst wurden wir wieder klassenweise durch das KZ geführt. Auch hier hatten wir zum Ende hin noch eine Stunde zur freien Bewegung auf dem Gelände. Am Abend haben wir alles noch einmal in einer ausgiebigen Nachbesprechung Revue passieren lassen.

Freitags haben wir uns direkt nach dem Frühstück auf den Heimweg gemacht, jedoch mit zwei Zwischenstopps. Einmal waren wir auf dem ehemaligen SS-Schießplatz in Herbertshausen und auch noch auf dem Leitenberg, einem Friedhof, auf dem viele tausend Menschen in Massengräbern begraben wurden, welche in den letzten Monaten des Kriegs gestorben waren.

(Lukas Kurz / 10 a)


Da wir uns schon im Vorfeld mit dem Thema des Nationalsozialismus beschäftigt hatten, wussten wir ungefähr, was auf uns zukommen würde. Als wir dann aber wirklich im Konzentrationslager standen, vor allem im Bunker, wurde einem nochmal stärker bewusst, wie schrecklich die damalige Zeit war. Ich fand es gut, dass wir ausgiebig das Thema weiter auf der Fahrt behandelt haben. Dadurch wird einem auch nochmal bewusst, dass man selbst bestimmen kann, ob sich die Geschichte wiederholen soll oder man es besser machen kann. Wir müssen an der Demokratie festhalten und dürfen sie nicht durch „Protestwahlen“ verlieren.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema „Nationalsozialismus“ muss auch ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans bleiben- egal ob im Geschichts-, Ethik- oder Religionsunterricht. Jeden geht dieses Thema etwas an und keiner sollte dabei wegschauen, sondern seine Stimme nutzen und etwas dagegen unternehmen.

(Daniel Brücher / 10a)


Mir ist während der Gedenkstättenfahrt mit der Zeit immer mehr klar geworden.

Nicht nur über das schreckliche Schicksal vieler Menschen und den „schönen Schein“ des Dritten Reiches, sondern auch über die Verpflichtung unserer Generation.

Wie viel unser Zusammenhalt bedeuten kann, was wir alle gemeinsam erreichen und verhindern können.

Ich habe gelernt immer für meine Meinung einzustehen und stärker an mich und mein Recht auf Freiheit zu glauben und auch dankbar dafür zu sein.

In mir wurden ganz verschiedene Emotionen ausgelöst, die ich mir vor dieser Fahrt überhaupt nicht vorstellen konnte.

(Sophia Even / 10 a)